"Im Theater muss man die menschliche Sprache wieder hören können, wie das Schilf sie hört und die Insekten, Vögel, die sprachlosen Kinder und schlafenden Tiere. Ich komme hierher, um eine Geburt wiedergeschehen zu hören. Ich komme hierher, um das versteckte Leben wiederzusehen. Wenn ich den Schauspieler auftreten sehe, fällt mir wieder ein, dass ich glaubte, ich hätte mein Leben ganz in einer wissenlosen Seinsmaschine zugebracht. Reisse ich die Augen heute so weit nach ihm auf, dann nicht, um Licht auf seinem Körper zu erblicken, jedoch sein ganzes Wort im freien Fall zu sehen; höre ich ihm so begierig zu, dann nicht so sehr, um zu vernehmen, was er sagt, als einem ganzen Tanz zu lauschen, der fort- und fortgeht."

(Valère Novarina, "Brief an die Schauspieler")